Stichwortkarten für die Rede: Anzahl, Inhalt, Pausen
9. August 2026, aktualisiert 5. September 2026 · 7 Min. Lesezeit · RedenHilfe RedaktionDie Kartenzahl steht fest, bevor Sie den ersten Stichpunkt schreiben: eine Karte je Abschnitt, also vier bei drei Minuten, sechs bei fünf und zehn bei zehn Minuten. Auf jede Karte passen die Überschrift des Abschnitts und höchstens vier Stichpunkte von je höchstens 60 Zeichen. So weit reicht der Spickzettel der App.
Karten in der Hand sind bei privaten Anlässen verbreitet, und sie sorgen regelmäßig für Durcheinander vor versammelten Gästen. Wer seinen Entwurf in Stichpunkte zerlegt, ohne vorher zu wissen, wie viele Karten es werden, sortiert am Rednerpult. Dieser Beitrag rechnet nach: wie viele Karten drei, fünf oder zehn Minuten Rede brauchen, was auf jede gehört und welche drei Zeichen den Vortrag tragen.
- Eine Karte je Abschnitt, nicht je Gedanke
- Was auf eine Karte passt: vier Stichpunkte, je 60 Zeichen
- Die drei Zeichen aus der Sprechfassung
- Sechs Karten, 550 Wörter: eine Trauerrede von fünf Minuten
- Vom Entwurf zum fertigen Kartensatz
- Am Rednerpult: Reihenfolge, Hände, abgelegte Karten
- Häufige Fragen
- Das Wichtigste in Kürze
Eine Karte je Abschnitt, nicht je Gedanke
Der übliche Weg ist der falsche: für jeden guten Gedanken eine Karte. Am Ende liegen vierzehn Stück auf dem Tisch, in einer Reihenfolge, die nur beim Schreiben einleuchtete. Eine Karte ist keine Ablage für Einfälle, sondern die Landkarte des Aufbaus.
Deshalb gilt: eine Karte je Abschnitt. RedenHilfe hat je Redetyp und Redezeit ein eigenes Gerüst, neun insgesamt. Gleich ist über alle Typen hinweg nur die Zahl der Abschnitte: vier für drei Minuten, sechs für fünf, zehn für zehn. Welche es sind, hängt am Anlass.
| Redezeit | Abschnitte, also Karten | Durchschnitt je Karte |
|---|---|---|
| 3 Minuten | 4 | 45 Sekunden |
| 5 Minuten | 6 | 50 Sekunden |
| 10 Minuten | 10 | 60 Sekunden |
Die Sekundenwerte sind Redezeit geteilt durch Kartenzahl, ein Durchschnitt und keine Vorgabe. Beim Proben mit der Uhr sind sie die brauchbarste Zwischenmarke. Wie viele Wörter hinter jeder Redezeit stehen, steht in Wie lang darf eine Rede sein?.
Was auf eine Karte passt: vier Stichpunkte, je 60 Zeichen
Die Grenze kommt aus der Karte selbst: Mehr als vier Stichpunkte passen auf eine Karteikarte, die Sie in der Hand halten, nicht lesbar darauf. Eine Karte auf Brusthöhe lesen Sie im Vorbeischauen oder gar nicht.
Der Spickzettel, den RedenHilfe aus dem Entwurf erzeugt, hält sich daran: je Abschnitt ein Block mit der Überschrift und höchstens vier Stichpunkten, jeder auf höchstens 60 Zeichen gekürzt. Was länger ist, wird abgeschnitten und nicht kleiner gedruckt.
Mehr steht dort nicht. Nummer, Wortbudget und die Pausenzeichen schreiben Sie selbst dazu; die Zeichen liefert die Sprechfassung. So sieht die fertige Karte aus:
- Oben die Überschrift des Abschnitts. Kommt aus dem Spickzettel. Sie sagt Ihnen, wo Sie sind, nicht was Sie sagen.
- Darunter höchstens vier Stichpunkte. Ebenfalls aus dem Spickzettel. Kein ganzer Satz, außer beim ersten und letzten der Rede.
- Von Hand: unten rechts die Nummer. Vier Karten sind schnell sortiert, zehn nicht mehr.
- Von Hand: am Rand das Wortbudget. Es zeigt, ob Sie zu lange bei einem Punkt stehen.
- Nur die Vorderseite beschreiben. Eine umgedrehte Karte ist verloren.
Der Stichpunkt löst den Satz aus, er ersetzt ihn nicht. Wer ihn lesen muss, um den Satz wiederzufinden, hat zu kurz geschrieben.
Die drei Zeichen aus der Sprechfassung
Pausen entstehen nicht von selbst. Wer angespannt vorne steht, redet schneller als in der Probe, und ausgerechnet die Stellen, an denen ein Satz wirken soll, werden durchgesprochen. Deshalb stehen die Pausen auf dem Papier.
| Zeichen | Bedeutung | Wo RedenHilfe es setzt |
|---|---|---|
[Blick heben] | Aufsehen. | Am Anfang jedes Abschnitts, also oben auf jeder Karte |
[kurze Pause] | Ein Atemzug. | Am Ende des Anekdoten-Abschnitts |
[Pause] | Zwei Atemzüge. | Zwischen zwei Abschnitten, also beim Kartenwechsel |
Die längste Pause liegt zwischen zwei Karten: Das Umlegen dauert ohnehin einen Moment. Wer dabei weiterspricht, klebt zwei Abschnitte aneinander.
Diese drei Zeichen stehen in der Sprechfassung, nicht auf dem Spickzettel. Übertragen Sie sie beim Beschriften mit. Innerhalb eines Abschnitts bricht die Sprechfassung nach je drei Sätzen um; der Umbruch ist Ihre Atemstelle.
Sechs Karten, 550 Wörter: eine Trauerrede von fünf Minuten
Zahlen machen den Unterschied zwischen Kartensammlung und Plan. Eine Trauerrede von fünf Minuten hat bei 110 Wörtern je Minute ein Budget von 550 Wörtern, und das Gerüst verteilt es ungleich auf sechs Karten.
Das Gefälle entscheidet, wie voll Sie beschriften. Karte 4 ist die einzige, auf der vier Stichpunkte gebraucht werden; für Karte 1 reichen zwei. Wer alle sechs gleich voll schreibt, hat die Verteilung verlassen, bevor er den Mund aufmacht.
Bei einer Trauzeugenrede sind es ebenfalls sechs Karten, aber andere Abschnitte: Einstieg, Wie ich sie kenne, Das Paar, Anekdote, Warum sie passen, Wunsch und Toast. Das Budget liegt bei 625 Wörtern, weil bei Feierreden mit 125 Wörtern je Minute gerechnet wird. Die Aufteilung steht in Trauzeugenrede in fünf Minuten.
Vom Entwurf zum fertigen Kartensatz
Zwischen dem Entwurf und einem Stapel, der am Abend trägt, liegen vier Handgriffe.
- Spickzettel aufrufen Je Abschnitt eine Überschrift und höchstens vier Stichpunkte. Ein Block wird eine Karte, nicht zwei.
- Abschreiben statt ausdrucken Von Hand auf festen Karton. Die eigene Schrift findet das Auge unter Anspannung schneller.
- Nummer und Wortbudget ergänzen Unten rechts die Kartennummer, am Rand die Zielwortzahl. Beides steht nicht auf dem Spickzettel.
- Pausenzeichen übertragen Blick heben nach oben, kurze Pause ans Ende der Anekdote, Pause an den Kartenwechsel.
Ob Karten überhaupt das richtige Mittel sind, entscheiden Sie vorher. Bei einer Trauerrede trägt der ausformulierte Volltext sicherer. Die Abwägung steht ausführlich in Rede vortragen ohne Blackout.
Am Rednerpult: Reihenfolge, Hände, abgelegte Karten
Das meiste, was mit Karten schiefgeht, ist Mechanik. Fünf Vorkehrungen helfen:
- Karten durchnummerieren, bevor Sie den Raum betreten. Eine unnummerierte Rede am Boden sortiert niemand.
- Die gesprochene Karte nach hinten schieben, nicht ablegen. Auf einem Pult verrutschen Stapel.
- Festen Karton nehmen. Dünnes Papier zittert sichtbar, Karton nicht.
- Kein Gummiband, keine Klammer. Beides kostet vorne die ersten Sätze.
- Ein Gedicht gehört im vollen Wortlaut auf ein eigenes Blatt, nicht in Stichpunkten auf eine Karte.
RedenHilfe führt mit einem Interview aus 22 bis 28 Fragen zu einem Entwurf, dazu Sprechfassung und Spickzettel; zwei Überarbeitungsrunden sind enthalten. Die Nutzung ist aktuell vollständig kostenlos, einschließlich aller verfügbaren Funktionen. Ein bestätigtes Konto hebt das Gastkontingent auf.
Der Text gehört Ihnen. Eine Rede ist ein Sprachwerk (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG), geschützt, soweit sie eine persönliche geistige Schöpfung ist (§ 2 Abs. 2 UrhG). Das Vortragsrecht ist das Recht, ein Sprachwerk durch persönliche Darbietung öffentlich zu Gehör zu bringen (§ 19 Abs. 1 UrhG). Fremde Gedichte liefert RedenHilfe nicht mit.
Häufige Fragen
Wie viele Stichwortkarten brauche ich für eine Rede?
Eine Karte je Abschnitt. Bei den Gerüsten von RedenHilfe sind das vier Karten für drei Minuten, sechs für fünf und zehn für zehn Minuten. Die Kartenzahl hängt an der Redezeit; welche Abschnitte darauf stehen, hängt am Anlass.
Was schreibe ich auf eine Stichwortkarte?
Die Überschrift des Abschnitts und höchstens vier Stichpunkte von je höchstens 60 Zeichen. Genau das erzeugt RedenHilfe als Spickzettel. Ganze Sätze gehören nur an zwei Stellen auf eine Karte: der erste und der letzte Satz der Rede. Von Hand ergänzen Sie die Kartennummer und das Wortbudget des Abschnitts.
Soll ich Stichwortkarten beidseitig beschreiben?
Nein, beschreiben Sie nur die Vorderseite. Einer umgedrehten Karte sehen Sie im Stapel nicht an, ob sie schon gesprochen ist. Passt der Text nicht auf eine Vorderseite, sind die Stichpunkte zu lang.
Wo mache ich in der Rede eine Pause?
Die längste Pause gehört zwischen zwei Abschnitte, also zwischen zwei Karten. Das Umlegen dauert ohnehin einen Moment; wer dabei schweigt, trennt die Abschnitte hörbar. Eine kurze Pause von einem Atemzug steht am Ende der Anekdote, damit die Pointe wirkt.
Darf ich ein Gedicht in Stichpunkten auf die Karte schreiben?
Nein, ein Gedicht wird im vollen Wortlaut vorgelesen und gehört auf ein eigenes Blatt. Stichpunkte führen dazu, dass Sie den Text aus dem Gedächtnis ergänzen, und das misslingt vor Publikum fast immer. Ob Sie einen geschützten Text vortragen dürfen, klären Sie vorab.
Das Wichtigste in Kürze
Die Kartenzahl steht fest, bevor Sie den ersten Stichpunkt schreiben: eine Karte je Abschnitt, also vier bei drei Minuten, sechs bei fünf und zehn bei zehn Minuten. Auf jede Karte passen die Überschrift des Abschnitts und höchstens vier Stichpunkte von je höchstens 60 Zeichen. So weit reicht der Spickzettel der App.
Alles Weitere schreiben Sie selbst dazu: die Kartennummer, das Wortbudget des Abschnitts und die drei Pausenzeichen, die RedenHilfe in der Sprechfassung setzt. Wo der Ablauf nicht sicher sitzt, vor allem bei einer Trauerrede, bleibt der ausformulierte Volltext die belastbarere Wahl.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information. Jede Rede ist so persönlich wie ihr Anlass – prüfen Sie Entwürfe vor dem Vortrag in Ruhe selbst.