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Die Abschiedsrede für einen Kollegen

Sie haben jahrelang nebeneinander gesessen, und genau das macht es schwer: Sie wissen zu viel, um es in fünf Minuten zu sagen, und Sie sprechen vor Menschen, die ihn genauso gut kennen wie Sie. Die Seite führt Sie durch die Verabschiedung in den Ruhestand; für einen Wechsel oder einen unfreiwilligen Abgang passt das Gerüst nur bis zu dem Abschnitt, der von der Zeit danach handelt – bei fünf und zehn Minuten „Was jetzt kommt“, bei drei Minuten „Dank und Wunsch“. RedenHilfe rechnet hier mit 120 Wörtern je Minute und führt Sie durch 23 Fragen in vier Abschnitten.

Sprechfassung und Spickzettel erscheinen hier. Ihr Text wird nicht gespeichert.

So geht es

  1. Rolle eintragenSie tragen ein, dass Sie als Kollegin oder Kollege sprechen und nicht als Führungskraft. Aus der Rolle ergibt sich der Ton: Der Betrieb dankt, das Team erzählt.
  2. Interview führenVon den 23 Fragen sind acht Pflichtfragen. Gefragt wird nach Dauer und Aufgabe, nach dem Anfang im Haus, nach zwei oder drei Stationen und danach, wer im Raum sitzt.
  3. Eine Geschichte auswählenAus Jahren im gleichen Büro werden schnell mehr Anekdoten, als in eine Rede passen. Das Gerüst nimmt bei fünf Minuten eine davon, bei zehn Minuten zwei; die stärkere steht vorn.
  4. Sprechfassung bauenDer Rechner oben nimmt Ihren Text und setzt die Marken [Pause], [kurze Pause] und [Blick heben]. Dazu entsteht der Spickzettel mit höchstens vier Stichpunkten je Abschnitt, jeder höchstens 60 Zeichen lang.

Als Kollege sprechen und nicht als Chef

Die Rolle ist eine Pflichtfrage im Katalog, und sie ändert mehr als die Anrede. Eine Führungskraft würdigt den Weg im Haus und dankt im Namen des Betriebs. Als Kollegin oder Kollege haben Sie etwas anderes: den Alltag, den nur das Team kennt, die Gewohnheit am Kaffeeautomaten, den Satz, der seit Jahren im Büro fällt. Beides zugleich in einer Rede wirkt unecht.

Deshalb lohnt die Absprache, bevor Sie schreiben. Sprechen bei der Verabschiedung mehrere Menschen, kann es passieren, dass ohne Absprache zwei dieselbe Geschichte erzählen, und die zweite Fassung hat es dann schwer. Klären Sie vorher, wer welche Zeit bekommt und wer welche Begebenheit erzählt. Wer wann spricht, legt der Ablauf des Tages fest; den kennt RedenHilfe nicht, es kennt nur Ihre Rede.

Der Katalog fragt außerdem, wer im Raum sitzt. Ist die Familie dabei, verschiebt das den Humor-Grad und die Insider. Die Faustregel im Interview lautet: Insider nur, wenn mindestens die Hälfte der Gäste sie versteht. Was nur das Team versteht, kostet Sie den halben Saal.

Vier Themen, die nicht hineingehören

Genau danach fragt der Katalog, und die Antwort geht ausdrücklich nicht in den Text ein: Gesundheit, Gehalt, alte Konflikte und der Grund des Ausscheidens. Als Kollege wissen Sie davon oft mehr als die Führung, und gerade deshalb steht es nicht in der Rede. Warum jemand geht, ist seine Sache. In einer Verabschiedung steht, was er hinterlässt.

Von selbst hält RedenHilfe die fertige Fassung gegen drei dieser vier Themen: gegen Gesundheitliches, gegen den Grund des Ausscheidens und gegen Geldbeträge. Steht dort „gekündigt“, „Aufhebungsvertrag“ oder „freigestellt“, steht ein Wort wie „Diagnose“ oder „Operation“, meldet die Marke einen Hinweis samt Begründung; ein Betrag schlägt an, sobald eine Zahl mit dem Euro-Zeichen oder dem Wort „Euro“ daneben steht. Das Wort „Gehalt“ allein und alte Konflikte erkennt kein Muster – die tragen Sie im Interview als eigenes Tabu ein, dann werden Ihre Stichworte gegen die Fassung gehalten. Bei einer Festrede ist ein Treffer ohnehin ein Vorschlag und keine Sperre: Gestrichen wird nichts von selbst.

Dieselbe Prüfung markiert die sechs Superlative, die für jeden Anlass gelten, darunter „einzigartig“, „unvergesslich“ und „wundervoll“. Sie behaupten etwas, statt es zu zeigen, und in einer Rede über einen Menschen, den alle im Raum kennen, fällt das besonders auf. An ihre Stelle gehört eine Begebenheit mit Ort, Beteiligten und Ausgang.

Vom eigenen Entwurf zur Sprechfassung

Viele schreiben die Rede für einen Kollegen selbst, denn den Stoff haben sie im Kopf. Was dabei regelmäßig fehlt, ist die Form für den Vortrag. Der Rechner oben nimmt Ihren Text, einen Absatz je Redeabschnitt, und setzt die Marken: [Pause] sind zwei Atemzüge mit Blick in den Raum, [kurze Pause] ist ein Atemzug, [Blick heben] heißt vom Blatt aufsehen.

Dazu entsteht der Spickzettel: höchstens vier Stichpunkte je Abschnitt, jeder höchstens 60 Zeichen lang. Er passt auf eine Karteikarte und hält die Reihenfolge fest. Wenn Sie den Menschen ansehen, über den Sie sprechen, und der Faden reißt, ist die Reihenfolge genau das, was in diesem Moment fehlt. Ihr Text wird dabei nicht gespeichert.

Wer den ganzen Weg über RedenHilfe gehen will, beantwortet stattdessen das Interview und lässt den Entwurf erzeugen. Bei drei Minuten stellt das Gerüst vier Abschnitte auf, bei fünf Minuten sechs, bei zehn Minuten zehn. Danach bleiben zwei Überarbeitungsrunden, und was dann noch stört, ändern Sie selbst.

Häufige Fragen

Wie lang soll die Rede eines Kollegen sein?

Drei Minuten sind rund 360 Wörter und reichen, wenn mehrere sprechen. Fünf Minuten sind rund 600 Wörter bei 120 Wörtern je Minute; das ist der Regelfall, wenn Sie der einzige aus dem Team sind, der etwas sagt.

Wie fange ich an, wenn wir jahrelang nebeneinander gesessen haben?

Mit einer Begebenheit, nicht mit dem Eintrittsjahr. Das Interview fragt nach einer Geschichte, die diese Person zeigt – wahr und harmlos. Notieren Sie dazu Ort, Beteiligte und Ausgang, dann haben Sie den Einstieg. Der Weg im Haus ist im Gerüst ohnehin keine Aufzählung von Stationen, sondern zwei oder drei Wendepunkte.

Darf ich Insider aus dem Team erzählen?

Wenn mindestens die Hälfte der Gäste sie versteht. Das ist die Faustregel im Interview, und sie ist der Grund, warum der Katalog fragt, wer im Raum sitzt. Ist die Familie dabei, braucht ein Insider einen Satz Erklärung, oder er fällt weg.

Was, wenn der Abschied nicht freiwillig ist?

Der Katalog ist auf die Verabschiedung in den Ruhestand gebaut – nach den Plänen für die Zeit danach fragt er, nach dem Grund des Ausscheidens nicht. Ist der Abschied nicht freiwillig, gehört der Grund deshalb auch nicht in die Rede. Er kommt im Katalog nur an einer Stelle vor, nämlich bei der Frage, worüber nicht gesprochen werden soll. Diese Angabe geht nicht in den Text ein; sie wird gegen die fertige Fassung gehalten, und „gekündigt“ oder „freigestellt“ melden dort einen Hinweis.

Was, wenn die Führungskraft dasselbe erzählt wie ich?

Das lässt sich nur vorher klären, nicht nachher. RedenHilfe kennt nur Ihre Rede und stimmt keine Reihenfolge ab. Hilfreich ist die Aufteilung nach Perspektive: Der Betrieb würdigt den Weg im Haus, das Team erzählt den Alltag.

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RedenHilfe ist ein Text-Baukasten zur eigenständigen Erstellung persönlicher Reden. Wir erbringen keine Rechtsdienstleistung im Sinne des § 2 RDG und keine Steuer- oder Bestattungsberatung; eine rechtliche Prüfung Ihres Einzelfalls findet nicht statt. Der Entwurf entsteht aus Ihren eigenen Angaben entlang eines festen Redegerüsts; die Auswahl der Textbausteine und die endgültige Fassung verantworten Sie. Eine Verabschiedung ist keine Beurteilung und kein Arbeitszeugnis.