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Start · Die Rede der Trauzeugin

Die Rede der Trauzeugin

Sie kennen die Braut aus einer Zeit, die die Hälfte des Saals nicht miterlebt hat – und daraus entsteht das eigentliche Problem: Die beste Geschichte braucht Vorwissen, das die Großeltern nicht haben. RedenHilfe fragt deshalb zuerst, wer zuhört, und prüft Ihren Text gegen die Wendungen des Anlasses und gegen Ihre eigenen Tabus.

Das Ergebnis erscheint hier. Ihr Text verlässt diese Seite nur zur Prüfung und wird nicht gespeichert.

So geht es

  1. Publikum eintragenDas Interview fragt, wer zuhört: Familie beider Seiten, Freundeskreis, Kolleginnen. Aus dieser Antwort ergibt sich, wie viel erklärt werden muss und welche Anspielung ohne Vorwissen nicht funktioniert.
  2. Material sammelnDanach kommen die Fragen nach Ihrer Verbindung zur Braut, nach dem ersten Eindruck vom Paar und nach zwei Begebenheiten mit Ort, Beteiligten und Ausgang. Von den 25 Fragen sind acht Pflichtfragen.
  3. Text prüfenWer selbst geschrieben hat, fügt den Entwurf oben ein. Geprüft wird gegen die Wendungen, die bei einer Festrede regelmäßig danebengehen, und gegen die Stichworte, die Sie selbst ausschließen.
  4. Pointen setzenZum Schluss steht die Sprechfassung mit [Pause], [kurze Pause] und [Blick heben]. Wer die Pointe ohne Pause spricht, nimmt ihr die Wirkung; wer aufsieht, merkt, ob der Saal mitgeht.

Insider: mindestens die Hälfte des Saals muss folgen

Die Faustregel steht im Interview neben der Frage nach Insidern: Eine Anspielung darf vorkommen, wenn mindestens die Hälfte der Gäste sie versteht. Alles darunter teilt den Raum in die, die lachen, und die, die sich fragend umsehen. Bei einer Hochzeit sitzt fast immer die Familie mit im Saal, und die kennt die Jahre in der gemeinsamen Wohnung nicht.

Es gibt zwei Auswege, und Weglassen ist nur einer davon. Der andere ist der Halbsatz, der das Vorwissen mitliefert: Aus „das mit dem gelben Fahrrad“ wird „das gelbe Fahrrad, mit dem sie zwei Winter lang zur Uni gefahren ist“. Ein Halbsatz Erklärung kostet weniger als eine Pointe, die nur am Nebentisch ankommt.

Spitznamen sind derselbe Fall. Wer die Braut seit der Schulzeit anders nennt als ihre Eltern, sagt den Namen einmal und erklärt ihn in einem Nebensatz. Danach dürfen ihn alle benutzen, und die Rede hat dem Saal etwas geschenkt, statt einen Teil davon auszuschließen.

Zwischen lustig und bloßstellend

Drei Prüfungen entscheiden das, und keine davon prüft, ob die Geschichte lustig ist. Erstens: Wer ist die Pointe? Wenn es die Braut ist und sie am Ende schlechter dasteht als am Anfang, gehört die Geschichte nicht in die Rede. Zweitens: Wüsste jemand im Raum lieber nicht, dass Sie das wissen?

Und drittens: Würden Sie die Geschichte auch erzählen, wenn die Großmutter direkt vor Ihnen sitzt? Bei einer Hochzeit sitzt sie oft genau dort. Das ist keine Aufforderung zur Harmlosigkeit – eine Begebenheit, in der die Braut etwas geschafft hat, das ihr niemand zugetraut hätte, ist lustig und schmeichelhaft gleichzeitig.

Was die Prüfung an dieser Grenze findet, ist nur der Teil, der sich an Wörtern erkennen lässt: Gesundheitliches, Geldbeträge, Anspielungen auf frühere Beziehungen. Bei einer Festrede ist jeder Treffer ein Vorschlag und keine Sperre. Ob Ihre Geschichte im Saal funktioniert, weiß am besten die Braut selbst; fragen Sie sie vorher.

Was die Prüfung oben tut und was nicht

Sie fügen Ihren Text ein, wählen den Anlass und tragen freiwillig ein, was nicht vorkommen soll. Geprüft wird gegen eine feste Liste von Wendungen, jede mit Begründung, und gegen Ihre eigenen Stichworte; dazu meldet die Prüfung fremden Wortlaut in Anführungszeichen. Ihr Text wird dafür nur gelesen und nicht gespeichert.

Was sie nicht kann: Deutsch verstehen. Die Stichwortsuche findet „Beziehung“ auch in „Beziehungen“, aber keine Umschreibung und keinen Namen, den Sie nicht genannt haben. Sie meldet einen Verdacht, nie eine Gewissheit, und sie streicht nichts von selbst. Dass keine Wendung gefunden wurde, heißt deshalb nicht, dass der Text fertig ist.

Häufige Fragen

Wie lang soll die Rede der Trauzeugin sein?

Fünf Minuten sind der Regelfall: rund 625 Wörter bei 125 Wörtern je Minute. Drei Minuten mit rund 375 Wörtern sind die bessere Wahl, wenn an dem Abend auch die Eltern und der Trauzeuge sprechen.

Wie viele Insider darf ich einbauen?

So viele, wie mindestens die Hälfte der Gäste versteht – so steht die Faustregel im Interview neben der Frage nach Insidern. Wer eine Anspielung behalten will, liefert das Vorwissen in einem Nebensatz mit, statt sie zu erklären, nachdem niemand gelacht hat.

Woran merke ich, dass eine Anekdote zu weit geht?

Wenn die Braut am Ende schlechter dasteht als am Anfang, wenn jemand im Raum lieber nicht möchte, dass Sie das wissen, oder wenn Sie die Geschichte vor ihrer Großmutter nicht erzählen würden. Was gar nicht vorkommen soll, tragen Sie in die Tabu-Pflichtfrage ein; die Angabe steht in keinem Satz der Rede.

Der Trauzeuge des Bräutigams spricht auch. Wie teilen wir das auf?

Sprechen Sie vorher ab, wer welche Begebenheit nimmt. Das Interview fragt nach Ihrer Rolle und danach, woher Sie die beiden kennen; daraus ergibt sich die Perspektive. Dieselbe Anekdote zweimal am selben Abend verliert beim zweiten Mal.

Kann ich meinen eigenen Text prüfen lassen, ohne Konto?

Ja, oben auf dieser Seite. Sie bekommen die Fundstellen mit Begründung und den Abgleich mit Ihren eigenen Tabus; bei einer Festrede ist beides ein Vorschlag und kein Fehler. Gespeichert wird der Text nicht.

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RedenHilfe ist ein Text-Baukasten zur eigenständigen Erstellung persönlicher Reden. Wir erbringen keine Rechtsdienstleistung im Sinne des § 2 RDG und keine Steuer- oder Bestattungsberatung; eine rechtliche Prüfung Ihres Einzelfalls findet nicht statt. Ob eine Anekdote im Saal wirklich funktioniert, entscheidet die Runde und nicht die Prüfung: RedenHilfe meldet einen Verdacht, streicht nichts von selbst und vermittelt keine Rednerinnen und Redner.